Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Die Sorgen müssen draußen bleiben

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Ulla Schünemann leitet eine Handweberei in Geltow

GELTOW - Liebeskummer und Ärger müssen bei ihr „vor der Tür bleiben“. Da ist Handwebermeisterin Ulla Schünemann aus Geltow (Potsdam-Mittelmark) unerbittlich. Wer sich an den Webstuhl setzt, sollte „in sich glücklich sein“, so Schünemann. Am fertigen Webstück könne man genau ablesen, ob jemand Sorgen hat. Und sorgenbeladene Stoffe taugen nicht für den Verkauf.

Vor 33 Jahren hat Schünemann (Foto: MAZ/Hübner) in einem Potsdamer Betrieb den Beruf der Weberin erlernt, oder wie das damals hieß: ihren Facharbeiter für Textiltechnik mit der Spezialisierung Handweben gemacht. 1987 übernahm sie die Handweberei in Geltow, die heute zwei Beschäftigte und 16 Webstühle hat. Damit gehöre man zu den größten Handwebereien Deutschlands. Auf den Webstühlen der 49-Jährigen entstehen Stoffe für Gardinen und Tischdecken, Sakkos und Hosen, Hemden und Blusen. Vor allem mit Leinen arbeitet Schünemann. Das sei ein „sehr schöner, weich fallender Stoff“, der „gar nicht so doll knittert, wie viele glauben“, sagt die Meisterin. Eine Maßschneiderin macht aus den Stoffen dann die passende Kleidung.

Während zu DDR-Zeiten die Geltower Erzeugnisse in Kunstgewerbeläden gingen, sind heute Privatleute die Kunden: Brandenburger, Berliner, aber auch Touristen. Sie können in der Manufaktur zusehen, wie die Webstücke wachsen. Denn die Handweberei ist zugleich ein Museum.

Bei der Arbeit am Webstuhl trägt Schünemann keine Leinenhosen, sondern „fast nur Jeans“. Der Weber sei ständig in Bewegung, da würde sich der Leinenstoff zu schnell „aufreiben“, wie sie erklärt. Ohnehin trägt die Meisterin kaum Stücke aus eigener Produktion. Der Kunde komme immer zuerst. Nur wenn jemand Kummer an den Webstuhl bringt und der Stoff keine 1a-Qualität ist – dann fällt was für die Chefin ab.


Artikel von -so- zitiert nach Märkische Allgemeine vom 29. 01. 2008