Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Gut betucht

zurück zu den Pressestimmen

In Geltow am Schwielowsee vereint ein denkmalgeschützter Webhof Tradition und Moderne.

Sechzehn historische Webstühle stehen dicht an dicht im alten Webhof in Geltow, am Rand hölzerne Spindeln, bunte Garnspulen, alte Schemel. Was wie ein Relikt anmutet, ist in Wirklichkeit die größte nicht geförderte private Handweberei in Deutschland und gleichzeitig aktives Museum. Einen kleinen Obolus (2,50 Euro) zahlt, wer das Museum besucht. Der Gang in den schönen angegliederten Laden kann schnell etwas kostspieliger werden, denn hier versammeln sich jede Menge Unikate, die das Zeug zum Lieblingsstück haben. „Wir sprechen mit unserem Sortiment Menschen an, die das Individuelle, Naturverbundene, Zeitlose und trotzdem Moderne lieben”, beschreibt die Inhaberin und Handwebmeisterin Ulla Schünemann ihre Klientel. Reine Handarbeit, Qualität und Langlebigkeit haben natürlich ihren Preis. So kostet beispielsweise ein an den eigenen Webstühlen hergestellter Rock rund 230 Euro.

Dass die Kleidung dann auch maßgerecht sitzt, dafür sorgt eine Maßschneiderin. Für akkurate Stoffe mit gerader Webkante und fehlerfreiem Muster bedienen derzeit fünf Frauen die Tritte der Webstühle, schießen Querfäden mit dem Handschiffchen, schlagen Garne an: die Inhaberin selbst, ihre Tochter sowie ein Lehrling und Praktikanten. „Auch wenn einem das Weben in Fleisch und Blut übergegangen ist – die Gedanken müssen draußen bleiben. Weben verlangt nun mal hundertprozentige Konzentration”, erläutert Ulla Schünemann. Einen Meter Stoff schafft ein geübter Weber in einer Stunde. Daraus werden dann in der angeschlossenen Schneiderei karierte Klammerbeutel, weich fallende Vorhänge, robuste Decken, Kleidungskollektionen aus Leinen, gestreifte Kissenbezüge oder edel-schlichte Tischdecken. Ausgefallene Muster sind sichtlich nicht die Sache von Ulla Schünemann.

„Wir üben hier die Kunst des Weglassens in der Tradition der Bauhausschule”, betont die Inhaberin der Handweberei. Erst soll das Material wirken, dann das Muster. So werden beispielsweise die klassischen Geschirrhandtücher aus Leinen ausschließlich in zwei Mustern angeboten, die noch aus der Zeit der Gründerin Henni Jaensch stammen. Bei den Farben jedoch lebt sich die Webmeisterin aus – im Moment dominieren Rosatöne, im vergangenen Jahr waren es Gelb und Orange. Und welche Farbe im nächsten Jahr den Ton angeben wird? Das wird noch nicht verraten.


Artikel von Heike Dettmar zitiert nach Magazin natürlich + bewußt handeln vom 06. 09. 2010