Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Wer sich hineintraut, der bleibt

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Aktionen und Ausstellungen zur Festwoche in der Handweberei Geltow

GELTOW: Schwarzes Leinen auf knallrotem Kunststoff - die knapp aber ausstellungsreif gekleidete Puppe weist dieser Tage den Weg durch den schmalen Eingang, hinter dem sich verbirgt, was die meisten im Vorbeigehen auf der Straße nicht ahnen: eine Vielzahl von kleinen und großen Räumlichkeiten, die ganz unterschiedliche Überraschungen bergen. Sie alle gehören zur Handweberei 'Henni Jaensch-Zeymer' in Geltow, wo auch heute noch insgesamt 16 historische Webstühle klappern, zu denen jüngst eine wahre Rarität, ein Jaquard-Webstuhl, dazu kam. Bereits zum dritten Mal wird in diesem aktiven Museum zu Ehren seiner Namensgeberin Henni Jaensch-Zeymer, die dort viele Jahrzehnte alle Fäden in der Hand hielt, eine Festwoche durchgeführt.

Zum Auftakt am Wochenende zog es vor allem Ausflügler in die Handweberei. Inhaberin Ulla Schünemann hatte sich Einiges einfallen lassen, um ihre Gäste zu beeindrucken, obgleich schon das bloße Klappern der Webstühle und der Einblick in die Arbeit an diesen alten Geräten für großes Staunen sorgen. Für freien Eintritt, der während der ganzen Festwoche bis zum nächsten Sonntag Bestand hat, gibt es Einiges zu sehen, anzuprobieren, zu fühlen und auch zum Selbermachen. Filzen beispielsweise konnte man am Sonntag unter fachkundiger Anleitung von Christine Herling und auch am kommenden Sonntag besteht dazu noch einmal Gelegenheit. Verschiedene Ausstellungen zeigen unter anderem Gartenkeramik, Porzellan und Papierschmuck - nicht nur zur reinen Zierde, sondern auch zum käuflichen Erwerb, was auch für die vielfältige Mode aus der Handweberei gilt. Die stilvoll eingerichteten Verkaufsräume, in denen eine Auswahl wahrhaft nicht leicht zu fallen scheint, sind von Ulla Schünemann bis ins Kleinste liebevoll hergerichtet und ausstaffiert, aber nicht überladen - ganz im Sinne von Henni Jaenschs Motto, der 'Kunst des Weglassens', das für die gesamte Weberei zum Credo geworden ist. Gemäß ihrem Prinzip 'nur das, was mir auch selbst gefällt', holt Ulla Schünemann nur ausgewählte Aussteller in ihre Weberei und kombiniert dann selbst die Kleidungsstücke und Stoffe passend mit vielen kleinen Accessoires zu einer Art eigener Ausstellung.

Diese Liebe zum Detail, aber vor allem auch die Qualität, auf die die Handwebmeisterin und Inhaberin setzt, beeindrucken ihre Kunden immer wieder genauso wie der allererste Eindruck, den sie von der Weberei als aktivem Museum bekommen. 'Ich erlebe ständig, dass die Leute völlig überrascht sind, wie groß es bei uns eigentlich ist, wenn sie einmal durch das Tor und um die Ecke gebogen sind', erzählt Ulla Schünemann. So ging es auch am Wochenende einigen Gästen, der Berliner Radtouristin Elke Flasdick beispielsweise. Sie vermutete hinter dem Eingang 'höchstens eine kleine Weberei mit ebenso kleiner privater Boutique, wie man das eben kennt aus der Stadt. Aber so groß und schön hätte ich mir das nicht vorgestellt.' Oft schon hat Ulla Schünemann überlegt, wie man diesem Phänomen entgegen wirken könne, doch letztlich lässt sie der Gedanke nicht los, 'dass es vielleicht besser ist, so wie es ist. Wer sich traut, bis hier nach hinten zu kommen, der bleibt in der Regel auch ein Stück und nimmt sich Zeit zum Entdecken. Und genau das wollen wir ja.' Denn auf diese Weise werden viele zum Neukunden und darüber hinaus dann meist auch zum Stammkunden, der einen Großteil der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ausmacht. Bei Ulla Schünemann kaufen nicht nur Berliner, Potsdamer oder Geltower. Die Kunden kommen mittlerweile aus dem gesamten Bundesgebiet.

Doch noch etwas hat sich getan in den vergangenen Jahren, nicht nur in der Handweberei selbst. Dort ist inzwischen ein zweiter Verkaufsraum hergerichtet, vor drei Jahren wurde die Festwoche ins Leben gerufen und 2005 der bereits aus den 90er Jahren bekannte Weihnachtsbasar wiederbelebt. Auch in der Potsdamer Innenstadt gibt es seit März 2005 einen Laden, in dem die Produkte der Handweberei Geltow verkauft werden.


Artikel von Mandy Mamedow zitiert nach Märkische Allgemeine vom 18. 07. 2006