Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Leinen in Gelb/Orange und mehr

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Geltower Handweberei lud am Wochenende zur 12. Modenschau

GELTOW - Freudig überrascht zeigte sich Ulla Schünemann am Samstagnachmittag. Die Chefin der Handweberei „Henni Jaensch-Zeymer“ in der Geltower Straße Am Wasser hatte zur nunmehr 12. Modenschau eingeladen. Die Interessenten kamen aus allen Himmelsrichtungen mit Fahrrad, als Wanderer oder motorisiert herbei. Die Sitzgelegenheiten und Tische im idyllischen historischen Garten reichten nicht. Die Familie Schünemann war auf den Beinen, um noch jede Lücke mit unterschiedlichen Stühlen zu füllen. „Wir haben nicht mit so vielen netten Menschen gerechnet. Gleich geht es aber los“, bat die Handwebermeisterin um Geduld. Die Zeit des offiziellen Beginns war längst überschritten.

Schließlich wollten auch noch die später angekommenen Gäste rasch mit leckerem Kuchen und Kaffee bedient werden. Nadine Henny Schünemann, die gerade ihr „Café im Webhof“ eröffnete, war jetzt stark gefordert. Schließlich gehörte sie doch mit zum Kreis der Vorführenden auf dem Laufsteg vor dem altehrwürdigen Gemäuer des einstigen Tanzsaals von „Thomanns Gasthof“. Seit 1939 ist hier die Webwerkstatt eingerichtet.

Dann war es endlich soweit. Der Lautsprecher spendete flotte Rhythmen. Eine zierliche junge Frau im schwarzen Leinenrock und sommerlichem Top in Gelb/Orange und vielen anderen Farben setzte ihre Klarinette an und gab auf dem Laufsteg der musikalischen Untermalung ihre Leitstimme. Die Studentin Johanna Butzmann lernte bei Ulla Schünemann Handweberin und beendete später auch im feschen hellen Oberteil mit feiner Leinenhose wiederum mit musikalischem Zierrat die Wanderung „Leinen in Gelb/Orange und mehr“.

Beifall gab es am laufenden Band. Schon die leuchtenden Stoffballen hatten ein großes Lob verdient. Die fleißigen Hände der mit der uralten Tradition des Webens vertrauten Frauen stellten die Modelle auf den zehn teilweise bis zu 300 Jahre alten Webstühlen her. So auch die Stoffe aus den Naturmaterialien Leinen, Wolle, Baumwolle und Seide. Attraktive Mäntel, Kostüme, Anzüge und passende Krawatten und Mützen – also Oberbekleidung für die kühlere Jahreszeit und für die ganze Familie – wurden daraus in der hauseigenen Werkstatt maßgeschneidert. Die Herren-Maßschneider-Meisterin Renate Plauschinat gibt dafür das handwerkliche Gütesiegel.

Wie von einem Familienunternehmen wie dem Geltower Webhof nicht anders zu erwarten, war die ganze Familie von den Kindern an auf dem Laufsteg in Aktion. Aber auch Kunden präsentierten ihre Sachen selbst, wie das Ehepaar Adam. „Kleidung aus Naturstoffen sind einfach pflegeleicht. Leinen besitzt zum Beispiel einen edlen Glanz, ist sehr atmungsaktiv, saugfähig, schmutzabweisend und strapazierfähig und vor allem angenehm auf der Haut“, sind Adams überzeugt. Hemden und Hosen, luftige Kleider und Blusen in leuchtenden Farben sind deshalb besonders beliebt, weiß die Besitzerin des Webhofes Ulla Schünemann.

Immer wieder erregte ein weißes Hochzeitskleid das besondere Aufsehen der Besucher. So brandete der Beifall auf, als Nadine H. Schünemann in zauberhafter Leinenkreation auf den Laufsteg stieg – ein Hingucker, der auch die wenigen Männer im Garten begeisterte.

„Unsere Reise von Berlin aus hierher lohnte sich“, urteilten zwei Damen im längst schon hinter sich gelassenem Jugendalter. „Wir fanden hier eine schöne Natur, einen Ausflug in die Historie des Webens und ein weiter zu empfehlendes Kleinod historischer Kultur.“


Text des Artikels zitiert nach Märkische Allgemeine Zeitung vom 26. 05. 2008